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Im Zuge der Verdichtung der Be­bauung im Haidach hat die Evan­gelische Synode geplant, die nicht­sakralen Räume des Haidacher Gemeindezentrums in Wohnungen umzuwandeln und auf das Gebäude ein zusätzliches Stockwerk zu bauen.
Diesen Plänen wurde in der Son­dersozialraumkonferenz am 27. November 2017 in Anwesenheit von Frau Bürgermeister Schüssler widersprochen und die Gründe der Sozialraumkonferenz dargelegt. „In der örtlichen Presse wird weiter von den Absichten der Synode berich­tet, weshalb wir einen offenen Brief an die Synode und eine Reihe von Entscheidungsträgern geschrieben haben“, so Berthold Wohlbold vom Bürgerverein Buckenberg-Haidach.
In diesem offenen Brief weist der Bürgerverein auf die seit vielen Jahren harmonisch verlaufene Zusammenarbeit und die sich ergänzenden Angebote für die Bewohner des Stadtteils hin. Auch sehe der Bürgerverein und einzelne Bürger durch die Wohnnutzung in direkter Nähe zum Bürgerhaus ein hohes Konfliktpotenzial wegen eventuell auftretender Lärmbelästigung. Bedingt durch gerichtliche Auflagen sei dem Bürgerhaus nicht mehr möglich Räume für Hochzeiten und andere Großveranstaltungen zu vermieten. Damit sei dem Bürgerhaus eine wesentliche Nutzung und Einnahmequelle verwehrt.
Wenn jetzt im Zuge der geplanten Baumaßnah­men direkt neben dem Bürgerhaus Wohnungen entstehen, ist abzuse­hen, dass weitere Einschränkungen des Betriebs des Bürgerhauses die Folge sein werden. Diese Ein­schränkung reduziert die Gestal­tungsmöglichkeiten des Bürgerhau­ses in seiner geplanten und prakti­zierten Funktion für die Bevölke­rung im Stadtteil.
Das Gelände, auf dem das Gemeinde­zentrum steht, wurde im Bebau­ungsplan bewusst als Fläche für kirchliche Infrastruktur deklariert. Das Zentrum des Stadtteils Haidach, also der Kirchenbereich, die Läden und das Bürgerhaus wurden als Fläche für Gemeinbe­darf ausgewiesen. Bei einer Sondersozialraumkonfe­renz am 27. November 2017 sei von Frau Bürgermeisterin Schüssler zugesagt worden, dass sie keine Änderungen des Bebauungsplans, die die Arbeit des Bürgerhauses einschränken könnten, erlauben werde.
Nun wurde von Schüssler diese Aussage in einem Schreiben bestätigt. Eine Umnutzung des Gebäudes zu klassischen Wohnzwecken lehne sie ab, heißt es in dem Schreiben. Dies würde nicht zur Stärkung des Bürgerhauses beitragen.
Claudia Becker, Sprecherin der evangelischen Kirche, kann die Begründungen nicht ganz nachvollziehen. Schließlich gebe es rund um die Gebäude in direkter Nähe Wohnbebauung. Auch irritiere sie, dass einer Anschlussunterbringung für Flüchtlinge zugestimmt worden sei und der Unterschied zu anderem Wohnen erschließe sich ihr nicht.
Derzeit sei das Grundstück als Gemeinbedarfsfläche definiert und das zu ändern, ist mit dem Bebauungsplanverfahren vorerst gescheitert. Laut Becker habe die Kirche keinen Plan wie es weitergehen soll. Fest stehe jedoch, dass es keine Option für die Kirche sei, das Gemeindezentrum zu halten. Man strebe nun Gespräche mit dem Bürgerverein und der Stadtverwaltung an, um im Idealfall eine gemeinsame Lösung zu finden. Denkbar seien eine Vermietung der Räume an den Verein oder ein Verkauf des Gebäudes an die Stadt. Man sei alternativen Lösungen gegenüber offen und nicht auf Wohnnutzung festgelegt. Wichtig sei nur, den Sakralraum zu erhalten, so Becker.


(stp). In den letzten Novemberta­gen des Jahres 1944 wurden mehr als 60 in der Region inhaftierte Mitglieder der französischen Wider­standsgruppe Réseau Alliance in Rastatt, Bühl, Freiburg, Offenburg, Kehl und anderen Städten von Gestapo und SS ermordet. Ohne Gerichtsverfahren wurden auch in Pforzheim am 30. November 1944 acht Frauen und 17 Männer von der Gestapo aus ihren Zellen im Pforz­heimer Gefängnis geholt und im Hagenschieß hingerichtet. Ihre Leichen wurden in einen Bomben­trichter geworfen und verscharrt.
Ein Gedenkstein am Rande des Hagenschießwaldes (nahe der Buswendeschleife Haltestelle Hochschule) mit den Namen und Fotografien der getöteten Mitglieder der Widerstandsgruppe mahnt heute an dieses Verbrechen. Als Zeichen des stillen Gedenkens anlässlich des 73. Jahrestages am 30. November 2017 hat die Stadt Pforzheim um 12.30 Uhr mit einem Kranz an die Erschießungen am 30. November 1944 erinnert, um den Ermordeten ein ehrendes Gedächtnis zu bewahren.


Bei der Übergabe des landesweiten Museumspreises von Lotto Baden-Württemberg an das „Schauwerk“ in Sindelfingen, erhielt das DDR-Museum Pforzheim einen Extra-Preis in Höhe von 5.000 Euro.
Dieser Preis soll das Engagement kleinerer Museen würdigen, die in ausgewählten Bereichen Außerge­wöhnliches leisten. In ihrer Lauda­tio betonte Jurymitglied Susanne Schmaltz: „Das Pforzheimer Muse­umsteam stellt sich den Debatten, mischt sich ein und sucht die Aus­einandersetzung und die Diskus­sion. Diese Aktivitäten haben für eine breite Wirkung weit über die klassische Museumsarbeit hinaus gesorgt.“ Birgit Kipfer, Vorsitzende des Stiftungsvorstands des DDR-Museums, und der Vereinsvorsit­zende Volker Römer nahmen sichtlich stolz diesen besonderen Preis entgegen.
Für den Extra-Preis waren kleine und mittlere Museen in kommuna­ler oder privater Trägerschaft zur Teilnahme aufgefordert. Den An­satz des DDR-Museums sah die Jury im positiven Wandel. Es habe sich vom eher rückgesandten Nostalgie-Museum hin zu einem modernen Lernort für Demokratie gemausert. Das umfassende museums-pädagogische Angebot trage dazu bei, insbesondere bei jungen Menschen das Bewusstsein für Demokratie und Menschen­rechte zu schärfen. „Eine Demo­kratie ist nicht einfach da, und – vor allem – sie bleibt nicht von allein“, stellten die Juroren ein Zitat des EX-Bundespräsidenten Joachim Gauck heraus, das auf der Home­page des DDR-Museums einge­stellt ist. Das sei aktueller denn je, so die Jury.


(co) Zu einem außergewöhnlichen Theaterabend, der sich mit dem Thema illegaler Menschentransport auseinandersetzte, hatte die The­atergruppe  Chickpeas der  Ge­meinde St. Elisabeth in die Bruder–Klaus–Begegnungsstätte eingela­den. Pfarrer Georg Lichtenberger ging dabei auf die lange Theater­tradition unter der Pädagogischen Mitarbeiterin Micaela Constantin ein, die inzwischen bereits die zweite Theatergruppe in der Ge­meinde vom Kindertheater bis zum Erwachsenentheater führt und mit ihren einstudierten Stücken auch stets bei den Theaterwettbewerben erfolgreich ist. Im Mittelpunkt stand neben dem heiteren Stück „Das Märchen und das wahre Leben“  das inzwischen brandaktuelle Hörspielstück „Das Schiff Espe­ranza“ von Fred von Hörschel­mann, das dieser in den 1950er Jahren schrieb und das den Men­schenhandel beschreibt. In Anleh­nung an dieses Hörspiel entwi­ckelte die 15 köpfige Theater­gruppe unter dem Titel: „Die Hoff­nung fährt mit“ ein eindrucksvolles und unter die Haut gehendes The­a-terstück, in das sich die Schau­spieler  hineinlebten und daher überzeugend in Szene setzten. Es geht dabei um Menschentransport für Geld und deren Aussetzung  auf hoher See in dunkler Nacht. Ziel ist zwar Amerika aber das können die ausgesetzten Menschen nie errei­chen. Höhepunkt ist das Anheuern eines Matrosen dessen Vater der Kapitän des Schiffes ist. Der Sohn erlebt, welche Fracht das Schiff beherbergt und mischt sich als Ersatz unter die Menschen, die ausgesetzt werden und erleidet so den Tod, was den Kapitän in tiefe Verzweiflung stürzt.
Durch das Programm führte Stella Dietrich, die selbst der Theater­gruppe angehört, aber im Augen­blick Bundesfreiwillige bei der Pforzheimer Diakonie ist und im Rahmen ihrer Tätigkeit das Projekt mitorganisierte und durchführte.  Die Verbindung des Stückes in unsere Zeit stellte danach Pfarrer Georg Lichtenberger her, der Flüchtlingsbeauftragter der Kir­chengemeinde Pforzheim ist. Vier Betroffene, die in Pforzheim leben, waren unter den Zuschauern. Drei davon schilderten ihre Erlebnisse wie sie auf abenteuerlichen Wegen von Nigeria oder aus dem Irak nach Deutschland kamen und hier nun eine neue Heimat suchen. Dabei stellte sich heraus, dass auch im vollbesetzten Saal viele Zuschauer waren, die nicht in Pforzheim gebo­ren wurden und oft auch einen weiten Weg auf sich nehmen mussten, um in Deutschland anzu­kommen.  Die eigene Heimat zu verlassen, sich auf den Weg in eine neue unbekannte Heimat zu ma­chen und dort Fuß zu fassen, bezeichnete abschließend Pfarrer Georg Lichtenberger als einen so folgenreichen Schritt, der nicht allein zu bewältigen ist und der daher die Hilfe vieler braucht, um sich in der neuen Heimat einleben zu können.

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